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GERMANEN UND RUMÄNEN ALS ERBEN ROMS
Prof. Dr. Viorel Roman
Akademischer Rat an der Universität
Bremen
www.viorel-roman.ro
Impresii si pareri personale in FORUM
XIV International Economic History Congress,
Helsinki, Finland, 21 to 25 August 2006. Session 44: Identity,
Globalization and Universality in the Eastern and Central European
Economic Area – Evolutions and Involutions in the Modern and
Contemporary Period. Experiences, Meanings, Lessons.
Westrom, Ostrom und der Islam sind Erben des monotheistischen Imperium
Romanum. Nach dem Zusammenbruch Roms und der Taufe der germanischen
Stämme begann mit Karl dem Großen, dem Kaiser des Abendlandes, eine neue
Ära Europas und der Kirche.
Die Übertragung der Cäsarenwürde in Rom auf den Frankenkönig war ein
Ereignis von ungeheurer, einschneidender Bedeutung. Durch die Entstehung
des fränkischen Reiches war Ostrom (Byzanz) an den Rand gedrängt, der
Germanenfürst rückte als tragende Säule in die Mitte des Weltreiches.
Der neue Imperator kannte das Buch „Der Gottesstaat“ (Civitate Die) des
Heiligen Augustinus, dennoch er fühle sich mehr als „Franke“ denn als
„Römer“. Weder er noch seine Nachfolgern haben die universelle Dimension
ihrer heiligen imperialen Mission voll verinnerlicht. So erklärt sich
die fortwährende Spannung zwischen Kaiser und Papst – bis nach Canossa.
Die Kreuzzüge sollten als erstes erste imperiales Projekt der „Franken“
das Heilige Grab in Jerusalem vom Islam befreien und die alte
christliche Ordnung rund um das Mittelmeer –das mare nostrum –
wiederherstellen. Sie sind gescheitert, obwohl sie Ostrom mit Westrom
für kurze Zeit vereint haben. Die Griechen aus Byzanz boykotierten diese
neue christliche Einheit Roms, und der Ost-West-Konflikt wurde akut.
Die christliche Konfrontation nutzte nur dem rasch sich ausbreiteten
Islam. Deshalb stellten der Papst und der Kaiser von Byzanz im Konzil
von Florenz die Gleichberechtigung des lateinischen und des griechischen
Ritus wieder her. Aber die deutschen Fürsten folgten dieser Entscheidung
nicht, so dass der Bruch zwischen dem östlichen und westlichen
Christentum unvermeidlich wurde. Die Türken besetzten Konstantinopel;
ein eiserner Vorhang schob sich zwischen Ost- und Westeuropa, von den
Osmanen in Istanbul bewacht.
Die Unstimmigkeit zwischen Rom und den deutsche Fürsten über die Frage,
wer ist entscheidender ist, Papst oder Konzil, konnte nicht beigelegt
werden. Die Vorstellung des Fürsten – Versammlung, nicht Papst ist
ausschlaggebend – degenerierte zu einem offenen Protest. Die Reform und
die Protestanten Martin Luthers – ein genialer Übersetzer und Agent der
Fürsten – führten zur Abschaffung der lateinischen Tradition nördlich
der Alpen und zur Sprengung der Legitimation des Heiligen Römischen
Reich Deutscher Nation, auch „Erstes“ oder „Altes Reich“ genannt.
Seitdem leben die Protestanten „ohne Kompass“, ohne Reich und außerhalb
der universellen Kirche. Sie betten in Gebetshäuser und haben ein
gestörtes Verhältnis zu Rom, dem Heiligen Römischen Imperium, zur
Europäischen Union und zu Rom.
Über die theologische Auseinandersetzung zwischen Katholiken und
Protestanten über den Vormachtsanspruch von Papst oder Konzil brach der
Dreißigjährige Krieg aus. „Dieser unser teutscher Krieg“, wie
Grimmelshausen das Morden, Sengen und Brennen nannte, das zwei von drei
Deutschen das leben kostete, wurde zum Urtrauma des modernen
Deutschland, vor dem Ersten Weltkrieg und vor Napoleon (Michael Stürmer
in „Die Welt, 25. März 2006)
Um das Massaker zwischen den christlichen und deutschen Brüdern zu
beenden und zumindest die Aufwärtsbewegung des Islams zu bremsen,
akzeptierte der Papst zu guter letzt die Protestanten als
gleichberechtigten Gesprächsteilnehmer. So fangen die moderne Diplomatie
und die sog. „nationale Unabhängigkeit“ der Völker in Europa und in der
ganzen Welt, an. „Bis dahin war Deutschland unter allen europäischen
Ländern am wenigsten Staat und am wenigsten Nation. Es war immer mehr
und wenig zu gleich, und das Vaterunser erwähnt das Reich
zweimal.“(a.a.O.)
Der Westfälische Frieden stellte die Katholiken und die Protestanten
1648 gleich – cuius regio, eius religio. Seitdem gilt das moderne
Prinzip „Gleichheit“ für alle, auch für Orthodoxe, Muslime, Juden,
Gottesleugner etc. Diese Entwicklung führte zur Französischen Revolution
und die Verehrung der Rationalität. Das wissenschaftliche Heidentum als
Religion.
Trotz dieser theologischen Wirren und der verheerenden religiösen Kriege
lebte das tausendjährige Heilige Römischen Reich Deutscher Nation
weiter, bis Napoleon die imperiale Mission der Germanen beendete. Sie
haben sich bis heute von diesem Schock nicht erholt. Die gewaltigen
multinationale Armeen, die rauschenden Siege Napoleons und sein Marsch
auf Moskau begeisterte die Deutschen. Das wollten sie auch tun!
Schon hundert Jahre vor Hitler hatte Heinrich Heine die Vision: „Das
Christentum – und das ist sein schönstes Verdienst – hat jede brutale
germanische Kampfslust einigermaßen besänftigt, konnte sich jedoch nicht
zerstören, und wenn einst der zähmende Talisman, das Kreuz, zerbricht,
dann rasselt wieder empor die Wildheit der alten Kämpfer, die unsinnige
Berserkerwut, wovon die nordischen Dichter so viel singen und sangen.
Jener Talisman ist morsch, und kommen wieder der Tag, wo er kläglich
zusammenbricht. Die alten steinernen Götter erheben sich dann und reiben
sich den tausendjährigen Staub aus den Augen, und Thor mit dem
Riesenhammer springt endlich empor und erschlägt die gotischen Dome…
Und wenn ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der
Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: Der deutsche Donner hat endlich
sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusch werden die Adler aus der Luft
tot niederfallen, und die Löwen in der fernsten Wüste Afrikas werden die
Schwänze einkneifen und sich in ihre Höhlen verkriechen. Es wird ein
Stück aufgeführt in Deutschland, wogegen die Französische Revolution nur
wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte.
Und die Stunde wird kommen. Wie auf den Stufen eines Amphitheaters
werden die Völker sich um Deutschland herumgruppieren, um die großen
Kampfspiele zu betrachten.“ („Über Deutschland“, 1835)
Verwirrt durch die verlorenen Kreuzzügen, entgleist durch die
Reformation, dezimiert durch die Religionskriege, außerhalb der Kirche
und der römische Zivilisation geraten, verblendet von der
Vernunft-Religion der Französische Revolution sowie von den Triumphen
Napoleons und der tausendjährigen imperialen Identität beraubt, stürzten
sich die Deutschen kopflos in Rationalismus, Materialismus und
Nationalismus und begeisterten sich für die Secondhand-Identität des
„Zweiten Reichs“: Das „Deutsche Reich“ war eng verbunden mit Berlin,
Bismarck und dem Protestantismus; es war ausnahmslos romfeindlich.
Die Inkompatibilität zwischen dem Altruismus „der heiligen Mission“ des
römisch-germanischen Kaisers aller Christen und dem degenerierten
Egoismus –Sonderweg – und Nationalismus der Protestanten führte
unvermeidlich in die Schützengräben und die Katastrophe des 1.
Weltkriegs.
Der Vertrag von Versailles hat Deutschland demütigten wollen und es mit
Lasten beladen, die die Menschen in die Radikalisierung trieben. Die
deutsche Tragödie setzte sich nahtlos fort, weil die Ursache der
schweren Niederlage nicht verstanden worden war. Die Verantwortung blieb
diffus. So haben sich die Deutschen weiterhin in Nationalismus,
Protestantismus, Kapitalismus, Rom-Feindlichkeit verschanzt und, mehr
noch, dieses ideologische Amalgam als „Nationale Religion“ mit Beifall
überschüttet.
Mit Weitsicht sagte 1918 der Psychologe C.G. Jung den Ausbruch des
Nationalsozialismus voraus: „Das Christentum zerteilte den germanischen
Barbaren in seine untere und obere Hälfte, und so gelang es ihm –
nämlich durch Verdrängung der dunklen Seite – die helle Seite zu
domestizieren und für die Kultur geschickt zu machen. Die untere Hälfte
aber harrt der Erlösung und eine zweiten Domestikation. Bis dahin bleibt
sie assoziiert mit den Resten der Vorzeit, mit dem kollektiven
Unbewußten, was eine eigentümliche und steigende Belebung des
kollektiven Unbewußten bedeuten muß. Je mehr die unbedingte Autorität
der christlichen Weltanschauung sich verliert, desto vernehmlicher wird
sich die „blonde Bestie“ in ihrem unterirdischen Gefängnis umdrehen und
uns einem Ausdruck mit verheerenden Folgen drohen.“ (GW X, §17)
Der wirklichkeitsferne Sozialismus versuchte die nationalistische und
kapitalistische Flaschenhals der 20 Jahren zu überwinden, aber auf der
rational-materialistischen Linie, so war der Erfolg des charismatischen
Agitators Adolf Hitler vorprogrammiert, ein Produkt des Hasses in den
Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Seine „National-Sozialistische
Deutsche Arbeiter Partei“ versprach die Wiederherstellung von Freiheit,
Ehre und Größe Deutschland und schuf nach kurzer Zeit „Das Dritte
Reich“, das noch schneller als das „Zweite Reich“ den Weltkrieg erklärte
und dem blutigen Untergang geweiht war.
Neben den alten Bekannten Rom-Feindlichkeit, Nationalismus und
Sonderweg, wurde im „Das Großdeutsche Reich“ auch wissenschaftlicher
Rassismus, Sozialismus und Antisemitismus salonfähig. Papst Pius XII.
erkannte die mörderische Sprengkraft dieses ideologischen Hexengebräus
und warnte mit seiner Allbekannte „Mit brennender Sorge“.
Die Katastrophe und die Verwirrung des 1. Weltkriegs degenerierten
schnell in den 2. Weltkrieg, zumal der allmächtige Führer viel weniger
politischen Realitätssinn hatte, von Schuldbewußtsein ganz zu schweigen,
als seinen illustren Vorgängern Karl der Große, Luther, Friedrich II.,
Bismarck oder Wilhelm II. Wieder senkte sich der Eisernen Vorhang
zwischen Ost- und Westeuropa.
Seit tausend Jahre schwanken die Germanen zwischen der „imperialen
heiligen Mission“ als weltzugewandte „Römer“ und demErbe der derben
„Franken“ mit tragischen Folgen für sie selbst, für Europa und für die
Welt.
Nach Materialismus, Rationalismus, Französischer Revolution, Napoleon,
Nationalismus, Sozialismus, National-Sozialismus und zwei Weltkriegen
versuchten die Katholiken Schumann, Adenauer, de Gaspari, de Gaulle mit
der Europäischen Union Anschluss an dem Sanctum Imperium zu finden.
Die geschundenen Deutschen sind emotionell sehr instabil, zumal nach der
Wiedervereinigung die Protestanten wieder die Mehrheit haben und mit
Berlin die Reichshauptstadt ist wieder außerhalb der römischen Limes
liegt. Bonn war noch in den Grenzen des Römischen Reiches. Genius loci.
Aber als alles gegen die Deutschen sprach, hat die Wahl Benedikts XVI.
–des ersten deutschen Papstes seit der Reformation – sowohl alle
Irrungen der Germanen und deren „nationaler“ (!) Reiche, als auch die
heilige imperiale römische Mission Karls der Große wieder in das
westeuropäische Bewußtsein gebracht. Der Karlspreis, der in Aachen
verliehen wird, ist die höchste, noch inoffizielle, Aufzeichnung der
Europäischen Union.
In der Europäische Union sind das Römische Recht, acquisul comunitar,
der Euro, die erfolgreiche gemeinsame Währung, ein Parlament und eine
Zentralverwaltung schon da, es fehlt noch der christliche Kaiser. Der
soll, wie im Imperium Romanum und im Heiligen Römischen Reich Deutscher
Nation „Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden“ garantieren in Deutschland,
Europa / EU und in der ganzen Welt.
*
Schon der Name Romania mit seinem Bezug auf das antike Rom zeigt
Ursprung und Bestrebung dieses Volkes. Als alleinige Nachfolger der
romanisch-orientalischen Welt suchen die Rumänen im Spannungsfeld der
Großmächte seit Jahrhunderten die Verbindung zum Westen.
395 wurde das Imperium Romanum geteilt in Ost und West. Seit dem lebten
die Rumänen im Machtbereich Ostroms, des Oströmischen Reiches, des
türkischen Sultans, des slawischen Zaren, der orthodoxen Patriarchen,
des kommunistisch-orthodoxen Lagers. Im 7. Jh. begann ihre Tragödie, als
die Griechen die Macht in Byzanz übernahmen und mit Hilfe der Slawen die
Romanen eliminierten oder assimilierten. Die Rumänen hatten keine
direkte Verbindung zur romanischen Staatenwelt. Südlich der Donau lebten
10% Rumänen und nördlich, wo sie mehrheitlich überlebten, mußten sie
sich seit dem Ende des ersten Jahrtausends dem Joch der
griechisch-slawischen Oberherrschaft beugen. So kamen sie nolens, volens
in das griechisch-slawische, danach auch türkische, antilateinische
Lager, obwohl sie sich selbst als Romanen – Nachfahren der Römer –
definieren.
Im Jahr 1000 verzichteten die Madjaren auf die Weihen aus Konstantinopel
zur Gunsten Roms und schufen in Pannonien einem Zwischenraum im
griechisch-slawischen Eisernen Vorhang, von Baltikum zur Adria. Das
brachte eine Atempause für Rumänen nördlich der Donau, aber nicht lange,
weil die zur Orthodoxie bekehrten Bulgaren die Rumänen zwangen, den
griechisch-slawische Glauben, Hierarchie zu übernehmen. Danach wurde die
Lateinische Sprache in den rumänischen Kirchen verboten. Wer dagegen
verstieß, dem drohten die griechisch-slawischen Popen damit, die Zunge
herauszuschneiden. Die Madjaren akzeptierten nur die madjarisierten
Rumänen.
1600, als das Rumänentum am Boden lag, erhob sich Fürst Michael der
Tapfere und vereinigte die Donau-Fürstentümer mit Hilfe des
römisch-germanischen Kaiser. Ein Jahrhundert später kamen die Truppen
des Heiligen Römischen Reiches durch die ungarische Bresche nach
Transsilvanien und förderte die Union der Rumänen mit Rom. Der
Emanzipation der Rumänen widersetzten sich die Madjaren, Slawen und
Griechen.
1700 fand endlich die Union mit Rom statt. Danach lehrte man in Blaj,
Klein-Rom man Rumänisch mit lateinischer Letter und versuchte, Anschluß
an die alte Würde und die Tugenden der verlorenen römischen Legionen.
Der Kampf mit Russen, Türken und Österreich-Ungarn war natürlich hart,
aber nach dem Zusammenbruch der drei Reiche entstand mit West-Hilfe, wie
Phönix aus der Asche, Groß-Rumänien. Der Traum Michels des Tapfere und
der Transsilvanischen Schule der Unierten wurde Wirklichkeit.
Das Unierte Projekt aus Transilvania erreichte 1920 Moldau und Walachei
nicht. Die Elite in Bukarest blieb „den schweren Ketten der Orthodoxie
aus Konstantinopel und Moskau“ treu. Sie unterwühlten eine Hinwendung
nach Rom, nach Westen, mit Hilfe der deutschen Dynastie, der Freimaurer,
der Juden und einer nur scheinbar abendländischen Kultur. Der
Zusammenbruch Groß-Rumänien 1940, das sich nur westlich gab, war
vorauszusehen.
1940 wurde Groß-Rumänien geteilt, in den Weltkrieg hineingezogen und
danach den orthodoxen, marxistisch-leninistische getarnten Russen
übergeben. Nach dem Krieg wiederholte sich unter den Russen die
Erfahrung, die die Rumänen eintausend Jahre zuvor mit den Bulgaren
gemacht hatten: Stalin massakrierte die westliche Elite und verbot
jegliche Hinwendung nach Rom. Die Unierte Kirche wurde verboten bzw.
2000 Kirchen und eineinhalb Million griechisch-katholischen Rumänen mit
Hilfe von Bajonetten von Rom nach Moskau abkommandiert. Danach wurde
eine kommunistisch-orthodoxe Eiserne Vorhang gezogen.
Nach dem Rückzug der Russen versuchten die Rumänen unter Nicolae
Ceausescu durch eine Entwicklungsdiktatur materiellen Anschluß an den
Westen zu erreichen. Geistlich wollten sie ein „Viertes Rom“ in Bukarest
etablieren. Dies akzeptierte weder der Westen noch der Osten, und der
Ceausecu-Projet zerplatzte in der Weihnachtsrevolution 1989.
Seit der Wende sind die Unierten aus Transsilvanien schwach, und
Bukarest versucht, mit altbekannten Methoden den Westen zu täuschen. Der
Dialog mit Rom ist blockiert. Die Unierten sind marginalisiert. Die
prowestliche Kultur der Freimaurer, Madjaren und Juden kann den Mangel
an westlichen Normen und Werte nicht aufwiegen.
Vor dem Hintergrund der Liquidierung der balkanischen Romanität, des
„Abschneidens der lateinischen Zunge“, des tragischen Schicksals
Michaels des Tapferen, Inocetiu Micu-Klains, Alexanderus I. Cuza,
Groß-Rumäniens, Ion Antonescus, der Unierten, Nicolae und Elena
Ceausescus und heute der Diskriminierung der Rumänen in der Bukowina,
Bugeac, Moldawien, Bulgarien, Griechenland, Timoc und Vojvodina erklärt
sich die rumänische Angst, aber auch die geheime Hoffnung, daß Griechen
und Slawen die Union mit Rom wagen. Erst danach werden auch die Rumänen
diesen Weg gehen. Das Risiko einer Union nur der Rumänen mit Rom ist zu
hoch.
2006 feiert Rumänien den Einmarsch der römischen Legion unter Kaiser
Traian in Sarmisegetuza, die Hauptstadt der König der Daker, Decebal –
vor 1900 Jahre war die Geburtsstunden der Romanität nördlich der Donau.
2007 wird das Land in die EU – die Erbin des Römischen Reiches und des
Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation – aufgekommen. Das
EU-Projekt, das Imperium Romanum wieder herzustellen, ist sehr wichtig
für die Rumänen. Sie bleiben unverkennbar als Limes-Volk, aber in
Imperium und nicht, wie bis jetzt, außerhalb.
Manche Rumänen hatten Roma Sancta, Roma aeterna gedient, andere hatten
es bekämpft, aber alle glaubten an die von Gott errichtete Ordnung des
Imperium Romanum – Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden. Außerhalb
herrscht das Chaos der Heidenwelt.
*
Die Deutschen sind berufen, die Weisheit des Ersten Reiches in Europa
lebendig zu halten, andererseits es ist schwierig, eine EU-Aufgabe für
die Deutschen – Barbaren, Limes-Volk, seit 800 „Römer“– zu finden. Die
Barbarei ist in Europa vorbei. Die Wache am Limes ist für sie normal.
Papst Benedikt XVI. ist nun Galionfigur und Garantie der Wiederbelebung
des Sanctum Imperium, auch wenn die Gottbezogenheit in EU-Verfassung
noch unpopulär ist.
Die Rumänen wurden von Griechen und Slawen von der imperialen Mission
verdrängt. Es ist „Ein Rätsel und ein Wunder) (G. Bratianu), wie sie
überhaupt überlebten. Als Limes-Volk, stören sie bis heute die Griechen
und die Slawen, weil die Erinnerung an Ostrom dadurch nicht verblaßt und
sie hindern die direkte Verbindung zwischen Moskau sowie den Ost- und
Südslawen.
Vergangenheit und Zukunft dieser Völker kann man nur unter Achtung des
römischen Erbes verstehen und in der Europäischen Union gestalten.
Prof. Dr. Viorel Roman
Akademischer Rat an der Universität Bremen
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